Mexiko: Tita und Rosenda Radilla - Tochter versucht seit über 30 Jahren das "Verschwindenlassen" ihres Vaters aufzukären

Weltweite Appelle, Juli/August 2013

Der 30. August ist der internationale Tag gegen das Verschwindenlassen.

Gültigkeit: Sie können an dieser Aktion bis 15. September 2013 teilnehmen.



Seit mehr als 30 Jahren engagiert sich Tita Radilla für Menschen, die in Mexiko dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen sind. Als Vizepräsidentin der Nichtregierungorganisation für Familienangehörige von Opfern des Verschwindenlassens ("Asociación de Familiares de Detenidos Desaparecidos", AFADEM) fordert sie Gerechtigkeit für diejenigen, die während des "Schmutzigen Krieges" in den sechziger bis achtziger Jahren "verschwunden" sind, als Polizei und Militär im Namen der Aufstandsbekämpfung gegen mutmaßliche Befürworter_innen bewaffneter Oppositionsgruppen vorgingen.

Tochter eines Verschwundenen

Titas Vater, Rosendo Radilla, Aktivist und ehemaliger Bürgermeister von Atoyac, wurde 1974 im Bundesstaat Guerrero zum Opfer von Verschwindenlassen durch das Militär. Seine Haft wurde nie offiziell bestätigt. Als die staatlichen Institutionen ihre Untersuchungen einstellten, wandte sich Tita Radilla an den Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte, der 2009 zu ihren Gunsten entschied: Das Gericht ordnete an, dass die für das Verschwindenlassen ihres Vaters Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden müssen und Menschenrechtsverletzungen zukünftig nicht in den Zuständigkeitsbereich der Militärjustiz fallen dürfen.

Trotz Urteils keine Erfolge

Bis auf einige Versuche, Rosendo Radillas sterbliche Überreste ausfindig zu machen, ka m Mexiko beiden Forderungen nicht nach.

Alarmierender Anstieg von Menschenrechtsverletzungen

Mexiko erlebte in jüngster Vergangenheit einen rasanten Anstieg an Gewaltverbrechen und Menschenrechtsverletzungen, die von Sicherheitskräften im Polizeieinsatz verübt wurden. Fälle von Verschwindenlassen, in die zum Teil auch Beamt_innen verwickelt sind, nahmen erheblich zu.

Laut einem aktuellen Amnesty-Bericht (sh. unten) verschwanden zwischen 2006 und 2012 über 26.000 Menschen in Mexiko.

Fordern Sie, dass das Schicksal des "verschwundenen" Rosendo Radilla vollständig untersucht wird und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.

Musterbriefe: englisch, deutsch


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