Mexiko: Migrant_innen werden entführt und verschleppt

UA-073/2014
AMR 41/013/2014
26. März 2014

Gültigkeit: Sie können an der Aktion bis 6. Mai 2014 teilnehmen.



Migrant_innen ohne regulären Aufenthaltsstatus im nordmexikanischen Bundesstaat Tamaulipas droht die Verschleppung durch kriminelle Banden. Amnesty International sorgt sich um die Sicherheit der Migrant_innen und befürchtet, dass die mexikanischen Behörden keine ausreichenden Maßnahmen zu ihrem Schutz ergreifen.

Migrant_innen werden von kriminellen Banden festgehalten

Am 19. März 2014 erhielten wir Informationen, dass mindestens 40 Migrant_innen aus Mittelamerika ohne regulären Aufenthaltsstatus von einer kriminellen Bande in Reynosa an der Nordgrenze Mexikos festgehalten werden.

Nach ihrer Freilassung während einer Militäroperation erhielt keiner der Betroffenen Unterstützung oder Schutz als Verbrechensopfer. Siebzehn Migrant_innen aus Guatemala, darunter mindestens eine Frau und mehrere Teenager, suchten Schutz in der von der katholischen Kirche betriebenen Migrantenherberge Albergue Nuestra Señora de Guadalupe in Reynosa. Laut Angaben von Mitarbeiter_innen der Herberge näherte sich am Nachmittag eine weitere Gruppe von zehn mittelamerikanischen Migrant_innen der Herberge. Sie waren schon früher befreit worden, doch eine Gruppe Bewaffneter hielt sie vor der Herberge an, bedrohte und zwang sie, in drei Pickups einzusteigen. Das Schicksal der zehn ist nicht bekannt. Obwohl die Verschleppung angezeigt wurde, haben keine Ermittler_innen die Herberge besucht, um die Fakten und den Verbleib der Migrant_innen zu klären.

Verschleppte Migrant_innen

Bei einem anderen Vorfall, über den der Migrantenherberge im nahegelegenen Matamoros berichtet wurde, verschleppte eine Gruppe Männer allem Anschein nach drei Mexikaner_innen, die aus den USA abgeschoben worden waren, in der Nähe der Grenze, als sie in einem Western-Union-Büro auf eine Geldanweisung warteten. Eine vierte Frau konnte flüchten und rannte zu einem nahegelegenen Busbahnhof, wo sie die Polizei über den Vorfall informierte. Eine Suche brachte jedoch keine Spur über den Verbleib der drei Frauen.

Behörden sind untätig

Örtliche Solidaritätsgruppen der Migrant_innen haben beobachtet, dass kriminellen Banden zunehmend gegen Migrant_innen an der US-Grenze vorgehen und schwere Menschenrechtsverletzungen an ihnen verüben. Dies geschieht häufig im Einvernehmen mit korrupten Behördenmitarbeiter_innen. Die Migrant_innen laufen Gefahr, Opfer einer Entführung, Erpressung, Vergewaltigung oder des Menschenhandels zu werden.

Helfen Sie mit.

Fordern Sie eine unverzügliche und unparteiische Untersuchung über den Verbleib der verschleppten Migrant_innen.

Musterbriefe zum Runterladen: englisch, deutsch


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