Myanmar/Burma: Freiheit für Arbeitsrechtsaktivistin

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Ältere Dokumente: ASA 16/025/2005, The Wire April 2006, UA ASA 16/040/2007

Die Aktion läuft jedenfalls bis Dezember 2010.


Arbeitsrechtsaktivistin Su Su Nway, Mitglied der führenden Oppositionspartei Nationale Liga für Demokratie, verbüßt wegen ihrer Beteiligung an den Protesten gegen die Regierung im Sommer 2007 eine langjährige Gefängnisstrafe in einem abgelegenen Gefängnis fern von ihrer Familie.

Untergrund, Verhaftung und Verurteilung

Su Su Nway nahm an den Protesten gegen die Preiserhöhungen im August 2007 teil. Sie konnte zunächst einer Verhaftungswelle entkommen und ging in den Untergrund. Am 13. November 2007 wurde sie in Rangun verhaftet, als sie einen regierungskritischen Banner in der Nähe des Hotels hochzog, in dem sich der UNO-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Myanmar aufhielt.

Sie wurde zunächst am 11. November 2008 zu 12 Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt, im Berufungsverfahren wurde die Haftstrafe auf acht Jahre und sechs Monate gesenkt.

Aktivistin gegen Zwangsarbeit

Su Su Nway hatte schon früher die Aufmerksamkeit der Behörden, aber auch der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) auf sich gezogen, als sie den Einsatz von Zwangsarbeit und die Konfiszierung von Land in ihrem Dorf anprangerte. Im Jänner 2005 hatte sie ein bahnbrechendes Gerichtsverfahren gewonnen, das sie gegen die lokalen Behörden angestrengt hatte, die sie und weitere BewohnerInnen ihres Dorfes im April 2004 für ein Straßenbauprojekt zwangsrekrutiert hatten.

Danach wurde Su Su Nway von den lokalen Behörden schikaniert, lokale BeamtInnen beschimpften sie und drohten ihr mit dem Tod. Am 16. Oktober 2005 wurde sie in einem unfairen Gerichtsverfahren zu 18 Monaten Haft wegen Diffamierung lokaler BeamtInnen verurteilt. Ihr Anwalt U Aye Myint, der die DorfbewohnerInnen in dem Gerichtsverfahren gegen die Zwangsarbeit unterstützt hatte, erhielt eine Gefängnisstrafe von sieben Jahren.

Besorgniserregender Gesundheitszustand

Su Su Nway war zunächst im Insein-Gefängnis in Rangun inhaftiert und wurde dann in andere Gefängnisse überstellt. Sie wird seit August 2009 im Hkamti-Gefängnis gefangengehalten. Hkamti, knapp 700 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, ist eines der abgelegensten Gefängnisse des Landes und liegt in einer Malaria-Gegend; zahlreiche Gefangene sind daran erkrankt.

Su Su Nway ist in Folge ihres vorangegangenen Gefängnisaufenthaltes bereits geschwächt. Ihr Gesundheitszustand hat sich im Gefängnis weiter verschlechtert. Sie leidet an einem angeborenen Herzfehler und unter hohem Blutdruck. Da das Gefängnis 1.200 Kilometer von ihrem Dorf entfernt liegt, ist es für ihre Familie sehr schwierig, Su Su Nway zu besuchen. Für Gefangene ist die Versorgung mit Nahrung und Medikamenten seitens ihrer BesucherInnen sehr wichtig, da diese vom Gefängnis nur unzureichend bereitgestellt werden.

Am 20. März 2009 musste Su Su Nway stationär behandelt werden, aber seither verweigern ihr die Behörden medizinische Versorgung.

Einzelhaft

Su Su Nway wurde am 19. Juli 2009 mit drei Tagen Einzelhaft bestraft, nachdem sie an einer Zeremonie anlässlich des Märtyrertages (zum Gedenken der Ermordung von General Aung San, Vater von Aung San Suu Kyi) teilgenommen hatte. Sie wurde auch im Oktober 2008 in Einzelhaft überstellt, nachdem sie einen Hungerstreik begonnen hatte, um zu protestieren, dass ihre Familie sie nicht besuchen durfte.

Helfen Sie mit.

Appellieren Sie an die burmesischen Behörden und fordern Sie die unverzügliche Freilassung der Gewissensgefangenen Su Su Nway.

Adressen:

Generalmajor

Major General Maung Oo
Ministry for Home Affairs
Office No. 10
Naypyitaw
Union of Myanmar
Oberster General

Senior General Than Shwe
c/o Ministry of Defence
Naypyitaw
Union of Myanmar
Außenminister

Nyan Win
Ministry of Foreign Affairs
Bldg. (19)
Naypyitaw
Union of Myanmar

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