Nigeria: Zwangsräumungen machten Hunderte obdachlos

UA-051/2013
AFR 44/002/2013
26. Februar 2013

Gültigkeit: Sie können an dieser Aktion bis 9. April 2013 teilnehmen.



Zwangsräumung in Badia East, 23.02.2013

© Andrew W. Maki

In Badia East, einem Quartier der Stadt Lagos in Nigeria, standen am 23. Februar 2013 morgens um 9 Uhr plötzlich Bulldozer vor Ort. Stunden später waren 300 Häuser zerstört, und Tausenden weiteren Familien droht die Obdachlosigkeit.

Rechtswidrige Zwangsräumung

Die Zwangsräumung am 23. Februar war rechtswidrig: Unter Anwesenheit schwerbewaffneter PolizeibeamtInnen wurden etwa 300 Häuser in der informellen Siedlung Badia East in der Stadt Lagos zerstört . Am 24. Februar wurden die Abrissarbeiten weitergeführt, und Unterkünfte und Einrichtungen wurden zerstört . Etwa 10.000 Menschen in der Siedlung befinden sich in Gefahr vertrieben zu werden, sollten die Arbeiten weiter andauern.

Die Regierung des Bundesstaates Lagos verabsäumte es, sicherzustellen, dass vor der Räumung alle verfahrenstechnischen Schutzmaßnahmen eingehalten wurden. Es fand weder eine ergebnisorientierte Konsultation statt noch wurden die Betroffenen über die Gründe für die Räumung informiert. Die Regierung informierte die BewohnerInnen der Siedlung nicht rechtzeitig und angemessen, und die betroffenen Personen erhielten keine alternativen Unterkünfte oder Entschädigungsleistungen.

Hunderte leben nun auf der Straße

Hunderte Menschen - sowohl HauseigentümerInnen als auch MieterInnen - wurden infolge der Zwangsräumung obdachlos. Sie schlafen nun neben den Eisenbahnschienen, die durch die Gemeinde führen, und versuchen die wenigen Dinge zu schützen, die sie retten konnten, bevor sie von Sicherheitskräften mit Waffen und Schlagstöcken aus ihren Unterkünften vertrieben wurden. AugenzeugInnen berichteten, dass die Polizei während der Abrissarbeiten drei unbewaffnete junge Männer festnahm und mehrere BewohnerInnen, die versucht hatten den Abriss zu stoppen, schlug.

Zwangsräumungen können jederzeit fortgesetzt werden

Zwar wurde das Abreissen der Häuser zwischenzeitlich unterbrochen, doch die lokale Organisation SERAC (Social and Economic Rights Action Center) geht davon aus, dass weitere 150.000 Leute akut von Zwangsräumungen bedroht sind.

Helfen Sie mit.

Fordern Sie ein Ende der Zwangsräumungen.

Musterbriefe zum Runterladen: englisch, deutsch


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