Nigeria: Badia East - Informelle Siedlung zwangsgeräumt

Der 7. Oktober war der World Habitat Day (= von der UN ausgerufener internationaler Tag zum Recht auf Wohnen).
Briefmarathon 2013

Gültigkeit: Sie können an der Aktion bis jedenfalls Anfang Jänner 2014 teilnehmen.



Am 23. Februar 2013 wurden hunderte BewohnerInnen in der informellen Siedlung Badia East gewaltsam aus ihren Häusern vertrieben. Die Gefahr für weitere Zwangsräumungen bleibt bestehen.

Badia East, wo rund 100.00 Menschen leben, gehört zu Badia, das als eine von neun informellen Siedlungen von der Regierung des Bundesstaat Lagos für die „Aufwertung von Slums“ ausgewählt wurde – Aktivitäten, die von der Weltbank finanziert werden.

Gewaltsame Zwangsräumungen

Am 23. Februar 2013 wurden hunderte Häuser in Badia East von der Regierung des Bundesstaates Lagos zerstört. Die BewohnerInnen waren unzureichend informiert und wurden nicht konsultiert. Für alternative Unterkünfte oder Entschädigungen wurde nicht gesorgt.

Rund 200 schwer bewaffnete PolizeibeamtInnen bewachten den Abriss. BewohnerInnen, die versuchten, der Zerstörung Widerstand zu leisten, wurden von der Polizei geschlagen.

Proteste der BewohnerInnen werden nicht gehört

BewohnerInnen von Badia East verurteilen die Häuserzerstörung und marschierten wenige Tage nach der Zwangsräumung zum Büro des Gouverneurs des Bundestaates Lagos. Der Gouverneur lehnte aber ein Treffen mit den SprecherInnen der BewohnerInnen ab.

Behelfsunterkünfte ebenfalls im Visier der Behörden

Nach der Zerstörung der Häuser wussten viele der vertriebenen BewohnerInnen von Badia East nicht, wo sie unterkommen sollten, und begannen Behelfsunterkünfte aus den Trümmern ihrer zerstörten Häuser zu errichten.

Am 25. März 2013 teilten die Behörden des Bundesstaates Lagos den BewohnerInnen von Badia East mit, dass sie nicht in den Behelfsunterkünften bleiben dürfen. Damit begann die Einschüchterung und Schikane der BewohnerInnen durch die Behörden. Fünf Männer wurden am selben Tag festgenommen, als sie begonnen hatten, einen Wassertank zur Notfallversorgung für die Gemeinde zu errichten, nachdem eine Wasserleitung bei den Abrissarbeiten zerstört worden war. Die Schikane wurde fortgeführt, als am darauffolgenden Tag, BeamtInnen einer Einsatzgruppe einige Personen aus ihren Behelfsunterkünften vertrieben haben.

Weitere Informationen

Amnesty-Bericht "Nigeria: If you love your life, move out! Forced eviction in Badia East, Lagos State, Nigeria" (August 2013):

Helfen Sie mit.

Amnesty International fordert den Stopp weiterer Häuserzerstörungen und die Bereitstellung von Soforthilfe, wirksamen Rechtsmitteln und angemessenen Alternativunterkünften. Appellieren an die nigerianischen Behörden.

Musterbriefe: englisch, deutsch


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