Peru: Gefährliches Nachspiel eines friedlichen Protests von Kleinbauern

AMR 46/003/2009
UA-033/2009
11. Februar 2009


Morddrohungen nach Anzeige gegen Folterer

Der Journalist Julio César Vásquez Calle und 28 Mitglieder von Kleinbauerngemeinden in der Region Piura hatten bei der Staatsanwaltschaft der Region Piura Anzeige gegen PolizistInnen und private Sicherheitskräfte eines Bergbauunternehmens erstattet, die ihn und 28 KleinbäuerInnen im August 2005 anlässlich eines friedlichen Protests gegen ein Kupferabbauprojekt gefoltert hatten. Am 6. Jänner 2008 hielt der Journalist gemeinsam mit Menschenrechtsorganisationen eine Pressekonferenz ab, in denen er Beweise für seine Anzeige - Fotos von den Folterungen, die ihnen zugespielt worden waren - vorlegte.

Siehe den Zeitungsartikel mit Fotos der Folterungen

Am 5. Februar 2008 erhielt Julio César Vásquez Calle eine telefonische Morddrohung: Der Anrufer drohte, ihn umzubringen, falls er nicht die Anzeige zurückzöge. In dieser Woche folgten eine Reihe weiterer Anrufe, wobei sich niemand meldete.

Friedlicher Protest

Im August 2005 hatten BewohnerInnen der Kleinbauerngemeinden in Segunda, Cajas und Yanta einen mehrtägigen Fußmarsch von ihren Dörfern zum Lager des Majaz-Bergbauunternehmens zurückgelegt. Julio Vásquez, Journalist bei der lokalen Radiostation Cutivalú, berichtete darüber.

Vor Ort wurden der Journalist und 28 Mitglieder der Kleinbauerngemeinden von der Polizei festgenommen und ins Lager des Bergbauunternehmens gebracht, wo sie drei Tage lang festgehalten und von PolizistInnen und privaten Sicherheitskräften des Bergbauunternehmens gefoltert wurden. Ihnen wurden die Augen verbunden und Säcke über den Kopf gezogen, die mit einem Puder gefüllt waren, welches das Atmen erschwerte und zu Brechreiz führte; die beiden Frauen in der Gruppe berichteten von sexuellem Missbrauch.

Kritik an Kupferabbauprojekt

Das Bergbauunternehmen Minera Majaz - ein Tochterunternehmen der ehemals britischen Firma Monterrico Metals, die nun mehrheitlich dem chinesischen Konsortium Zijin gehört - baut seit 2003 Kupfer auf dem Land der Kleinbauerngemeinden in Segunda, Cajas und Yanta ab. Entgegen gesetzlicher Vorgaben holte Minera Majaz nicht die Zustimmung der Gemeinde (Zweidrittelmehrheit der Gemeindeversammlung benötigt) ein. Die GemeindevertreterInnen kritisieren die Verschmutzung ihrer Felder und der Wasserquellen und deren Auswirkungen auf Flora und Fauna sowie eine grundsätzlich unzureichende Information und Konsultation vor Start des Kupferabbauprojektes.

Helfen Sie mit.

Amnesty International dokumentierte seit 2006 mehrere Fälle, in denen AktivistInnen, die sich für den Schutz der Rechte der vom Bergbau betroffenen Gemeinden einsetzen, - unter anderem wegen Terrordelikten - angeklagt wurden und Morddrohungen erhielten. Bislang wurde keine dieser Drohungen ausreichend untersucht noch wurden TäterInnen zur Verantwortung gezogen.

Appellieren Sie bitte an die Behörden!

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