Peru: Notstand nach Protesten gegen Kupferminenprojekt ausgerufen

UA: 109/15
AMR 46/1733/2015 Peru, weitere Informationen
26. Mai 2015

Gültigkeit: Sie können an der Aktion bis jedenfalls 7. Juli 2015 teilnehmen.



Vier Menschen, darunter ein Polizist, wurden getötet, und Hunderte während der Proteste gegen eine geplante Kupfermine in Südperu verletzt. Die Behörden riefen am 22. Mai den Notstand in der Region aus.

Tote bei Kundgebung

Am 22. Mai 2015 wurde der Straßenverkäufer Ramón Colque erschossen, als Anrainer_innen versuchten, die Südliche Panamerikanische Autobahn während der Proteste gegen die gepante Mine in der Provinz Islay (Verwaltungsbezirk Arequipa) in Südperu zu blockieren. Drei weitere Menschen (Vitoriano Huayna, Henry Checlla Chura und der Polizist Alberto Vásquez Durán) starben in Folge der gewaltsamen Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstrierenden und des Einsatzes von Polizeigewalt.

Proteste gegen Kupfermine

Seit 23. März 2015 werden wieder Proteste gegen die geplante Kupfermine Tia Marìa im Tamba-Tal organisiert. Die Gegner_innen befürchten Auswirkungen auf den Zugang der Gemeinschaft auf sauberes Wasser für landwirtschaftliche Zwecke und häusliche Nutzung.

Die Proteste sind nicht neu, sondern bestehen schon seit 2006, als die Südperuanische Kupferfirma SPCC ihre Pläne zur Nutzung der Mine angekündigt hatte. 2011 starben drei Menschen bei Kundgebungen gegen das Minenprojekt.

Die Spannungen nahmen am 15. Mai 2015 zu, als Präsident Ollanta Humala erläuterte, warum das Minenprojekt nicht gestoppt werden könne.

Notstand

In Reaktion auf die Proteste mit Toten, Verletzten und Übergriffe auf Journalist_innen in lokalen Medien rief die Regierung am 22. Mai für die Islay-Provinz den Nostand aus.

Polizeigewalt seit Jahren

Amnesty International hat seit Jahren exzessive Polizeigewalt gegen Demonstrierende in Peru beobachtet und aufgezeigt.

Verantwortung der Behörden

Amnesty International erkennt das Recht von Staaten an, für die öffentliche Ordnung zu sorgen, Verdächtige zu festzunehmen und für öffentliche Sicherheit zu sorgen. Aber die Polizei darf Gewalt nur im äußersten Notfall und in einem angemessenen Maße entsprechend dem Zweck einsetzen. Die Gewalttätigkeit einzelner Demonstrierender darf nicht als Argument dafür dienen, das Recht auf friedliche Versammlung der Mehrheit einzuschränken. Die Behörden haben dafür Sorge zu tragen, dass jene, die friedlich protestieren, auch weiterhin das Recht dazu haben.

Helfen Sie mit.

Fordern Sie von den peruanischen Behörden eine unverzügliche und unabhängige Untersuchung über die Polizeigewalt.


zurück