Peru: Morddrohungen wegen Nationalstreik

AMR 46/005/20043
8. Juli 2004


Gewerkschaftspräsident in Lebensgefahr

Amnesty International ist in großer Sorge um die Sicherheit von Mario Huaman Rivera, Präsident der Arbeitergewerkschaft in Peru (Confederación General de Trabajadores del Perú). Rivera hat in den letzten Tagen mehrere Morddrohungen erhalten die sich auf sein Engagement bei der Organisation eines Generalstreikes beziehen. Der Streik soll am 14. Juli stattfinden. Gefahr droht jedoch nicht nur Rivera sondern auch seiner Familie und anderen Gewerkschaftsmitgliedern.

Am 6. Juli erhielt seine Frau einen Blumenstrauß und ein Paket, zugestellt von einem Lieferanten. Zehn Minuten später erfolgte ein anonymer Telefonanruf: Eine männliche Stimme fragte nach ob sie das Paket bekommen hätte und riet ihr, dieses nicht zu öffnen da es eine Bombe enthalten würde. Die Frau kontaktierte daraufhin sofort die Polizei. Nach einer Überprüfung konnte der Verdacht bestätigt werden. Im Paket befand sich eine Granate. Zwei Wochen zuvor, am 19. Juni, beobachteten Nachbarn von Mario Huaman Rivera zwei Männer, die sich in der Nähe seines Hauses verdächtig benahmen. Die benachrichtigen Polizisten befragten die Männer was sie dort zu suchen hätten, worauf diese sich als Polizisten ausgaben.

Zu einem anderen Zeitpunkt parkte ein weißes Auto mit verdunkelten Scheiben stundenlang vor Riveras Haus. Als Rivera sich erkundigen wollte was los wäre fuhr das Auto mit hoher Geschwindigkeit davon.

Über 50 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze

Bereits seit zwei Jahren kämpfen die peruanischen Gewerkschaften für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen und gegen die Politik von Präsident Alejandro Toledo. Das Peruanische Statistische Institut veröffentlichte kürzlich Daten wonach mehr als 50% der Peruaner unter der Armutsgrenze leben müssten. Die Demonstrationen am 14. Juli sollen auf diese Zustände aufmerksam machen. Der Innenminister hat allerdings bereits im Vorfeld angekündigt die Regierung würde sich im Falle eines Streiks weigern mit den Gewerkschaften weiterhin zu verhandeln. Außerdem wäre mit einer starken Polizeipräsenz zu rechnen. Die Opposition sowie einige soziale Organisationen plädierten an die Verantwortlichen dass für die Sicherheit der Demonstranten gesorgt werden müsse.

Helfen Sie mit.

Schicken Sie Briefe (z.B. den Musterbrief) oder Faxe an folgende Adressen:

Minister of the Interior
Ing. Javier Reátegui Roselló
Ministro del Interior
Ministerio del Interior
Plaza 30 de Agosto s/n
Urb. Córpac
San Isidro
Lima 27, Peru

Fax: +511 225 7234 / 224 2405
Anrede: Sr. Ministro/ Dear Minister

Musterbrief zum Runterladen und Ausdrucken

 

Attorney General
Dra. Nelly Calderón Navarro
Sra. Fiscal de la Nación
Fiscalía de la Nación
Av. Abancay, cuadra 5 s/n
Lima 1, Peru
Fax: +511 428 0969
Anrede: Sra. Fiscal/ Dear Attorney General

Kopien an:
Confederación General de Trabajadores del Perú
Plaza 2 de Mayo, puerta nº 2
Lima, Peru
E-Mail: cgtp@cgtp.org.pe
mhuaman@cgtp.org.pe

 

Mustertext (englisch):

Dear Minister,

I strongly express my concern for the safety of Mario Huaman Rivera, his family and other members of the Confederación General de Trabajadores del Perú. Could you be so kind as to inform me what action you will take to guarantee their safety?

Furthermore, I call for full and impartial investigations into the alleged death threats against trade unionists with the results of these investigations made public and those responsible brought to justice.

Finally, I urge that the authourities ensure that the police do not use excessive force during the 14 July demonstrations. I would also like to remind the authorities of their duty to ensure that human rights violations are investigated and punished and urge them to do everything in their power to ensure that such acts of intimidation do not take place again, so that trade unionists in Peru can carry out their legitimate work without fear of reprisals.

Yours sincerely,

Mustertext (deutsch)

Sehr geehrter Herr Minister!

Ich möchte meine Sorge über die Sicherheit von Mario Huaman Rivera, seiner Familie sowie weiterer Mitglieder der peruanischen Gewerkschaft (Confederación General de Trabajadores del Perú) zum Ausdruck bringen. Bitte teilen Sie mir mit, welche Maßnahmen für deren Sicherheit ergriffen werden.

Weiters fordere ich Sie höflichst auf, umfassende und unabhängige Untersuchungen über die angeblichen Morddrohungen an Mario Huaman Rivera zu veranlassen, deren Ergebnisse bekannt zu geben und die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen.

Des weiteren möchte ich die Behörden bitten während der Demonstrationen am 14. Juli keine exzessive Polizeigewalt zuzulassen, sowie darauf hinweisen dass es deren Pflicht ist Menschrechtsverletzungen zu untersuchen und zu bestrafen, sodaß Gewerkschaftsmitglieder keine Benachteiligungen zu befürchten haben und ihre Arbeit ausführen können.

Hochachtungsvoll