Babizki fordert internationales Tribunal zu Tschetschenien-Krieg

(APA/dpa)


Der russische Journalist appelliert an den Europarat

Straßburg - Der russische Reporter des US-Senders "Radio Liberty" Andrej Babizki hat die Bildung eines internationalen Gerichts zum Tschetschenien-Krieg nach dem Vorbild des Nürnberger Tribunals gegen die deutschen Nazi-Machthaber gefordert. Der Krieg in der Nordkaukasus-Republik sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sagte Babizki, der mehrere Wochen in russischer Haft war, am Mittwoch in Moskau in einer Videokonferenz mit Vertretern des Europarates in Straßburg.

Das internationale Gericht sollte einen Rechtsmechanismus einrichten, um derartige "massive Verbrechen von Regierungen gegen Zivilbevölkerungen in Zukunft zu verhindern", forderte Babizki. Er konnte der Einladung des Europarates nicht folgen, weil ihm die russischen Behörden die Ausreise verweigert haben. Zu den Arbeitsbedingungen von Journalisten in Tschetschenien sagte er, die Lage sei gegenwärtig wegen des unkontrollierten Guerillakrieges gefährlicher als noch vor einigen Monaten.


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