Saudi-Arabien: Hausangestellter aus Indonesien droht Hinrichtung

UA-074/2014
MDE 23/007/2014
26. März 2014

Gültigkeit: DRINGEND! Sie können an der Aktion nur bis 3. April 2014 teilnehmen.



Einer indonesischen Hausangestellten droht in Saudi-Arabien die Hinrichtung. Sie könnte schon am 3. April 2014 vollstreckt werden, wenn die Familie des Opfers bis dahin nicht das geforderte „Blutgeld“ als Entschädigung erhält.

Die 41-jährige Satinah Binti Jumadi Ahmad ist Hausangestellte und wurde 2010 wegen der Ermordung ihrer Chefin Nura al-Garib zum Tode verurteilt.

Nura al-Garib war am 26. Juni 2007 in der zentralsaudischen Provinz al-Qassim nördlich von der Hauptstadt Riad getötet worden. Satinah Ahmad aus Zentraljava gestand den Mord an Nura al-Garib, gab aber an, die Tötung sei Selbstverteidigung gewesen und eine Reaktion auf den monatelangen physischen und emotionalen Missbrauch durch ihre Chefin. Sie gab an, dass Nura al-Garib versucht hatte, ihren Kopf an eine Wand zu schlagen und sie die Frau dann mit einem Nudelholz auf den Hals schlug und tötete. Satinah Ahmad soll ihrer Arbeitgeberin 37.970 saudische Rial (etwa 10.120 US-Dollar) gestohlen haben, bevor sie aus dem Haus flüchtete, ehe sie festgenommen wurde.

Familie des Opfers will Entschädigung in Millionenhöhe

Die Familie von Nura al-Garib kündigte im Juli 2013 an, sie würde Satinah Ahmad begnadigen, wenn sie 7 Millionen Rial (etwa 1,9 Millionen US-Dollar) Entschädigung (diya) erhalte. Die Familie soll eine Entschädigung der indonesischen Regierung in Höhe von 4 Millionen Rial (etwa 1,1 Millionen US-Dollar) abgelehnt haben.

Die Hinrichtung von Satinah Ahmad war ursprünglich im August 2011 anberaumt, wurde dann aber mehrmals verschoben. Die Frist zur Entschädigung der Familie läuft am 3. April 2014 ab. Wenn die Zahlung bis dahin nicht erfolgt ist, wird Satinah Ahmad hingerichtet.

Migrant_innen überdimensional von Todesstrafe bedroht

Saudi-Arabien hat eine der höchsten Hinrichtungsraten weltweit: über 2000 Menschen wurden zwischen 1985 und 2013 exekutiert.

Ausländische Staatsangehörige werden überdurchschnittlich häufig zum Tode verurteilt, insbesondere Migrant_innen aus armen Entwicklungsländern in Afrika und Asien.

Helfen Sie mit.

Stoppen Sie die Hinrichtung von Satinah Binti Jumadi Ahmad und aller anderen Todeskandidat_innen in Saudi-Arabien.

Musterbriefe zum Runterladen: englisch, deutsch


zurück