Saudi-Arabien: Philipinische Hausangestellte zu Haft und Peitschenhieben verurteilt

UA-135/2014
MDE 23/011/2014
23. Mai 2014

Gültigkeit: Sie können an der Aktion bis 4. Juli 2014 teilnehmen.



Die philippinische Hausangestellte Ruth Cosrojas Gonzales wurde in einem unfairen Gerichtsverfahren zu 18 Monaten Gefängnis und 300 Peitschenhieben verurteilt. 50 Schläge soll sie schon erhalten haben. Ihr drohen unmittelbar weitere Peitschenhiebe.

Gefahr von weiterer Auspeitschung

Die philippinische Hausangestellte Ruth Cosrojas Gonzales wurde im Oktober 2013 in einem geheimen Verfahren ohne Rechtsbeistand vor einem Gericht in der Hauptstadt Riad wegen der angeblichen Organisation des Verkaufs von Sex (quwada) zu 300 Peitschenhieben und 18 Monaten Haft verurteilt. Die 31-jährige Mutter dreier Kinder hat laut Information einer Familienangehörigen bereits 50 Peitschenhiebe erhalten.
Verhaftung und "Geständnis" ohne Übersetzung

Ein Philippiner kontaktierte Ruth Cosrojas Anfang August 2013, um ihr und weiteren Frauen gut bezahlte Putzjobs in einem Krankenhaus anzubieten.

Am 11. August 2013 traf sie sich mit drei Freundinnen mit diesem Mann auf dem Parkplatz des Einkaufzentrums Khurais in Riad. Er forderte die Frauen auf, ihm zu einem nahegelegenen Büro zu einem Vorstellungsgespräch zu folgen, brachte die vier Frauen stattdessen aber zum Büro der Religionspolizei Mutawa'een. Gegenüber der Polizei erklärte er, die Frauen seien Sexarbeiterinnen. Ruth Cosrojas wurde dazu gebracht, mit ihrem Daumenabdruck eine Erklärung auf Arabisch zu unterschreiben, die ihr nicht übersetzt wurde. Dann beschlagnahmte die Polizei ihren Pass und ihre gültige Aufenthaltserlaubnis und brachte die vier Frauen in das Gefängnis al-Malaz in Riad.

Unfaires Gerichtsverfahren

Ruth Cosrojas berichtete, dass sie erst erfuhr, dass man ihr die Organisation von Sexarbeit vorwirft, als sie im Oktober 2013 einer Richterin vorgeführt wurde. Die Verhandlung fand im Geheimen statt, und sie hatte keinen Zugang zu einer angemessenen rechtlichen Vertretung. Die Richterin stützte sich auf einen Polizeibericht, in dem behauptet wurde, man habe Ruth Cosrojas auf frischer Tat ertappt. Nach Verbüßen ihrer Strafe wird sie aller Erwartung nach in die Philippinen abgeschoben.

Helfen Sie mit.

Fordern Sie einen Stopp der Auspeitschung sowie die unverzügliche Freilassung bzw. eine Neuauflage des Verfahrens unter fairen Prozessbedingungen.

Musterbriefe zum Runterladen: englisch, deutsch


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