Jugoslawien: Miroslav Filipovic ist frei


Der serbische Journalist Miroslav Filipovic konnte am 10. Oktober 2000 das Gefängnis in Nis verlassen. Am 9. Oktober hatte der Oberste Militärgerichtshof die Haftsstrafe ausgesetzt und angeordnet, den Journalisten aus dem Gefängnis zu entlassen. Der neue Präsident Kostunica will Miroslav Filopivic begnaden.

Der Journalist Miroslav Filipovi war am 26. Juli 2000 zu sieben Jahren Haftstrafe wegen "Spionage" und "Verbreitung falscher Informationen" verurteilt worden. Er hatte für ausländische Nachrichtenagenturen und Zeitungen über Menschenrechtsverletzungen im Kosovo-Krieg berichtet.

Miroslav Filipovic ist schwer herzkrank und hatte in der Haft zwanzig Kilogramm abgenommen. Er bedarf adäquater medizinischer Versorgung.

Herzlichen Dank an alle, die bei der Aktion mitgeholfen haben.

Zur Information hier seine Geschichte...

Jugoslawien: Verletzung der Rede- und Meinungsfreiheit



Miroslav Filipoviæ, Gewissensgefangener

Der Journalist Miroslav Filipovi wurde am 26. Juli zu sieben Jahren Haftstrafe wegen "Spionage" und "Verbreitung falscher Informationen" verurteilt. Amnesty International ist davon überzeugt, dass er ein Gewissensgefangener ist und ruft daher zu seiner sofortigen und bedingungslosen Freilassung auf.

Miroslav Filipovi schreibt für die unabhängige serbische Zeitung Danas. Weiters ist er auch der Korrespondent für das in London angesiedelte Institut zur Beobachtung von Krieg und Frieden. (IWPR) und für die Agence France Presse (AFP) in Kraljevo.

Er wurde am 8. Mai zu Hause in Kraljevo verhaftet, wobei die Polizei sein Apartment durchsuchte und eine Anzahl von Dokumenten, Computer-Disketten, die Festplatte und seinen Pass beschlagnahmten.

Am 26. Juli wurde er in Nis für schuldig befunden gegen den Artikel 128 (Spionage) und Artikel 218 (Verbreitung falscher Informationen) verstoßen zu haben und zu 7 Jahre Haftstrafe verurteilt.

Offensichtlich hängt seine Verhaftung mit seiner Berichterstattung für IWPR über den Krieg im Kosovo zusammen, die Augenzeugenberichte über Menschenrechtsverletzungen durch die serbischen und FRY Militärs beinhalten.

Hintergrund

Mit der Begründung, der Fall enthielte "Staatsgeheimnisse", wurden von seiten der Regierung keine genaueren Details über die Anklagepunkte und Verhandlungen gegeben. Ein Teil des Prozesses beim Militärgericht in Nis wurde geheim geführt.

Sein Anwalt legte am 18. August Berufung am Obersten Militärgerichtshof ein, die innerhalb der nächsten 90 Tage beantwortet werden soll.

Filipovi hat seit längerer Zeit Herzprobleme und nach einer Woche Haft im Militärgefängnis Nis wurde er krank. Er wurde ins Militärkrankenhaus von Nis gebracht, wo für mehrere Stunden ein EKG gemacht wurde. Entgegen den Einwänden der Ärzte wurde er ins Gefängnis zurückgebracht und dort ans EKG gehängt.

Am 8. August verschlechterte sich sein Zustand und er wurde zum Kardiologen nach Belgrad geführt. Nach den dortigen Angaben leidet er an schweren Herzrhythmusstörungen.

Trotz der Warnungen des Krankenhaus wurde Filipovi wieder ins Niser Gefängnis zurück gebracht. Laut den Ärzten braucht er eine ständige medizinische Betreuung, die er im Gefängnis unmöglich erhalten kann. Seine Familie bestätigte die ausgezeichnete Behandlung im Belgrader Krankenhaus, welches um einiges besser ausgestattet ist, als das in Nis. Filipovi hat seit seiner Verhaftung im Mai 20 Kilogramm verloren.

Amnesty International ist davon überzeugt, dass die Regierung eher seine Artikeln überprüfen sollte, als den Journalist zu verurteilen. Nach jugoslawischem Gesetz ist die Interpretation der "Weitergabe von Staatsgeheimnissen" und "Spionage" sehr wage, weshalb AI glaubt, dass dieses Gesetz eher dazu dient, das Recht auf Presse-, Rede-, und Meinungsfreiheit zu beschneiden.

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