Südkorea: Aktueller AI-Bericht zur prekären Lage von Migrant/innen

ASA 25/001/2009

Die Aktion läuft jedenfalls bis März 2009


Auf dieser Website wurde mehrmals über die unsichere Situation von MigrantInnen, einschließlich den (führenden) Mitgliedern der legalen MigrantInnengewerkschaft Migrants Trade Union MTU, in Südkorea, die mit Verhaftung und Abschiebung rechnen müssen, berichtet.

In einem kürzlich erschienenen umfangreichen Bericht zeigt Amnesty International die aktuelle Situation auf, siehe South Korea: Disposable labour: Rights of migrant workers in South Korea.

Nutzen Sie die Gelegenheit und appellieren Sie (erneut) an die südkoreanischen Behörden, insbesondere an den neuen Premierminister, der Ende September 2009 sein Amt antrat.

Situation von MigrantInnen

Mit dem Beschäftigungszulassungssystem (Employment Permit System, EPS) vom August 2004 war Südkorea eines der ersten asiatischen Länder, das die Rechte von MigrantInnen anerkannte.

Doch in der Praxis

Abschiebungsoffensive

Die südkoreanische Regierung beschloss im Jahr 2008, bis 2012 etwa die Hälfte aller MigrantInnen, die sich ohne Rechtsstatus im Land aufhalten, abzuschieben. Dies führte zu einer massiven Zunahme von Verhaftungen und Abschiebungen von MigrantInnen - eine Steigerung um 50 % im Jahr 2008, mit einer weiteren Zunahme 2009.

Bei den Verhaftungen und Abschiebungen geht die Polizei mit Härte vor und setzt übermäßige Gewalt ein.

MigrantInnengewerkschaft MTU

Die MigrantInnengewerkschaft MTU (Seoul-Gyeonggi-Incheon Migrants Trade Union) wurde im April 2005 gegründet, um alle ArbeitsmigrantInnen in Südkorea (zirka 360.000 Menschen) unabhängig von ihrem Rechtsstatus (legal oder illegal im Land) zu vertreten. Im Februar 2007 wurde sie vom Obersten Gerichtshof von Seoul anerkannt.

Das Arbeitsministerium weigert sich allerdings, die Gewerkschaft anzuerkennen, und geht gegen führende MTU-Funktionäre vor.

Abschiebung führender Funktionäre

Kurz nach der Gründung der MTU wurde im Mai 2005 der erste MTU-Präsident, Anwar Hossain aus Bangladesch, verhaftet, misshandelt und elf Monate lang gefangen gehalten. Im August 2007 kehrte er nach Bangladesch zurück.

Im November 2007 wurden MTU-Präsident Kajiman Khapung, MTU-Vizepräsident Raju Kumar Gurung (Raj) und MTU-Generalsekretär Abul Basher M. Moniruzzaman (Masum) verhaftet und zwei Wochen später im Geheimen und ohne Verfahren in ihre Ursprungsländer (Nepal, Bangladesch) abgeschoben.

Die gezielten Abschiebungen setzten die Behörden im Mai 2008 mit dem aus Nepal stammenden MTU-Präsidenten Torna Limbu und Vize-Präsidenten Abdus Sabur aus Bangladesch fort. Beide Männer wurden abgeschoben, obwohl sich die Nationale Menschenrechtskommission für deren Verbleib aussprach, zumindest bis die Umstände der Verhaftungen einschließlich der Misshandlungsvorwürfe geklärt wären.

Helfen Sie mit.

Appellieren Sie an die Behörden und fordern Sie die Einhaltung der Rechte für die MigrantInnen und die Anerkennung des Rechtsstatus der MTU als legale Gewerkschaft.

Adressen:

Prime Minister WEN Jiabao Guojia Zongli
The State Council General Office
2 Fuyoujie
Xichengqu
Beijingshi 100017
People's Republic of China
President
Lee Myung-Bak
Cheong Wa Dae (Blue House)
Seoul 110-820
Republic of Korea (South Korea)

E-Mail: foreign@president.go.kr
Minister of Labour
Yim Tae Hee
427-718 Government Complex II
Jungang-dong1
Gwacheon-si
Gyeonggi-do
Seoul
Republic of Korea (South Korea)

E-Mail: molab506@molab.go.kr

Musterbrief zum Runterladen

Zeigen Sie den Mitgliedern der MTU Ihre Solidarität

Schicken Sie bitte Solidaritätsgrüße an die Gewerkschaft MTU.

Seoul-Gyeonggi
Incheon Migrants Trade Union
Medicenter Rm 304, 70-27
Yegwandong
Jung-gu
Seoul 100-290
South Korea

Fax: 82-2-2269-6166
E-Mail: mtuintl@jinbo.net

Seoul-Gyeonggi
Incheon Migrants Trade Union
KCTU Seoul Building rm. 202
78 Chungjeongno 2-ga
Seodaemun-gu
Seoul 120-012
South Korea

Textvorschläge für die Grußbotschaften:

We are thinking of you in solidarity.

Continue your struggle.

Be assured of our support!

Keep up your good courage!


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