Südkorea: Neues Gesetz erhöht Ausbeutungsgefahr für MigrantInnen

ASA 25/004/2012
29. Juli 2012



Amnesty International fordert das südkoreanische Ministerium für Beschäftigung und Arbeit auf, ein neues Gesetz unter dem Beschäftigungsbewilligungssystem (Employment Permit System, EPS) zurückzuziehen, da dieses die Möglichkeit von MigrantInnen, den Arbeitsplatz zu wechseln, massiv einschränkt.

Mit dem neuen Gesetz, das am 1. August 2012 in Kraft trat, haben MigrantInnen, die Arbeit suchen, keinen Zugang mehr zu einer Liste mit möglichen Arbeitgeber. Das Ministerium für Beschäftigung und Arbeit wird den Arbeitgebern die Liste der arbeitssuchenden MigrantInnen bekannt geben. Falls die MigrantInnen nicht innerhalb von drei Monaten Arbeit finden, werden sie ihre Arbeitsbewilligung verlieren, was zu Verhaftung, Gefängnis und Abschiebung führen kann.

Unter dem neuen Gesetz werden MigrantInnen, die einen Job ohne "rationale Begründung" ablehnen, für zwei Wochen von der Liste der Arbeitssuchenden gestrichen. Dies wird MigrantInnen davon abhalten, ausbeuterische Arbeitsverhältnisse aufzukündigen, und Arbeitssuchende dazu bringen, Ausbeuterjobs anzunehmen, um Strafen zu vermeiden.

Das neue Gesetz ergänzt eine weitere, im Juli 2012 eingeführte Maßnahme unter dem Beschäftigungsbewilligungssystem: Nunmehr dürfen MigrantInnen, wenn sie ihre Arbeitsbewilligung für 4 Jahre und 10 Monate verlängern lassen wollen, keinen Arbeitsplatzwechsel vorweisen.

Diese Einschränkungen beim Arbeitsplatzwechsel haben MigrantInnen daran gehindert, Misstände und Rechtsverletzungen bei der Arbeit wie unbezahlter Lohn oder körperliche und sexuelle Gewalt zu thematisieren.

Nähere Informationen: South Korea: New regulation will increase risk of exploitation for migrant workers

Das Netzwerk Arbeit, Wirtschaft und soziale Rechte führte immer wieder Appellaktionen zu MigrantInnen in Südkorea, deren Rechte verletzt wurden, durch, siehe: Aktionen zu Südkorea


zurück