Südkorea: Führende Mitglieder der MigrantInnengewerkschaft wurden abgeschoben

AI Index: ASA 25/008/2007
14. Dezember 2007


Am 13. Dezember 2007 wurden der Präsident der MigrantInnengewerkschaft (MTU) Kajiman Khapung, der MTU-Vizepräsident Raju Kumar Gurung (Raj) und der MTU-Generalsekretär Abul Basher M. Moniruzzaman (Masum) - im Geheimen und ohne rechtmäßigen Prozess - abgeschoben.


Aktion zum Nachlesen

Südkorea: Razzia gegen MigrantInnengewerkschaft


Am 27. November 2007 wurden der Präsident der MigrantInnengewerkschaft (MTU) Kajiman Khapung, der MTU-Vizepräsident Raju Kumar Gurung (Raj) und der MTU-Generalsekretär Abul Basher M. Moniruzzaman (Masum) verhaftet.

AI befürchtet, dass die drei Führungsmitglieder der MigrantInnengewerkschaft (MTU) abgeschoben werden.

Abgestimmte Verhaftungswelle

Die drei Männer wollten an einer Protestveranstaltung vor dem Immigrationsamt in Seoul teilnehmen. MTU-Präsident Kajiman Khapung und Generalsekretär Masum wurden verhaftet, als sie ihr Haus verließen; Vizepräsident Raj ereilte die Verhaftung vor der Fabrik, in welcher er arbeitete.

Einsatz für die rechtliche Anerkennung der MigrantInnengewerkschaft

Die MTU kämpft darum, als Gewerkschaft anerkannt zu werden. Einen Teilsieg errang sie mit dem Urteil des Obersten Gerichtshofs von Seoul im Februar 2007, mit dem die Auflösung der Gewerkschaft seitens der Behörden aufgehoben wurde. Das Arbeitsministerium hat gegen die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs Berufung eingelegt.

Vertretung von MigrantInnen

Somit können nunmehr illegale MigrantInnen (derzeit gibt es ungefähr 230.000 illegale MigrantInnen in Südkorea) einer rechtlich anerkannten Gewerkschaft beitreten. Allerdings sind sie immer dem Risiko ausgesetzt, verhaftet, eingesperrt und abgeschoben zu werden.

Auch Kajiman Khapung, Raj und Masum werden angeklagt, sich ohne Papiere im Land aufzuhalten.

Kampagne der MTU

Die Verhaftungen der drei Führungsmitglieder der MTU fallen mit der Kampagne der MTU gegen eine geplante Revision des Immigrationsrechts zusammen. Darin ist vorgesehen, dass für die Personenkontrolle von MigrantInnen die BeamtInnen sich weder ausweisen müssen noch Hausdurchsuchungsbefehle benötigen sowie MigrantInnen ohne Haftbefehl verhaften dürfen.

Die Repression gegen MigrantInnen und deren VertreterInnen hat in den letzten Monaten zugenommen, über 20 Mitglieder und FunktionärInnen der MTU wurden seit August 2007 verhaftet.

Helfen Sie mit!

Amnesty International erachtet Kajiman Khapung, Raju Kumar Gurung und Abul Basher M. Moniruzzaman als Gewissensgefangene und fordert ihre unverzügliche und bedingungslose Freilassung.

Appellieren Sie an die Behörden.

Mustertext

Prime Minister Han Duck-Soo
Office of the Prime Minister
Central Government Complex
77-6 Sejong-no, Chongno-gu
Seoul
Republic of Korea

Fax: +82 2 2001 2019
E-Mail: m-opm@opm.go.kr

Your Excellency,

I am writing to you regarding the arrest of Kajiman Khapung, Raju Kumar Gurung and Abul Basher M Moniruzzaman on 27 November 2007. The human rights organisation Amnesty International considers the three men to be prisoners of conscience. Therefore, I urge you to release them immediately and unconditionally.

I am concerned that their arrest represents a violation of the right to freedom of association and represents an assault on the human rights of migrant workers. I call on you not to return the men to their countries of origin without a full and individual assessment of their circumstances, including due process safeguards and the right to appeal the decision to an independent authority.

In addition, I would like to draw your attention to Amnesty International's concerns regarding the rights of migrant workers in South Korea. While recognizing that South Korea has sought to protect the rights of migrant workers there are concerns that the rights of migrant workers continue to be violated. I therefore urge you and the South Korean government to:

- end restrictions on the right to freedom of movement for migrant workers and provide effective mechanisms to deal with complaints from migrant workers against employers;

- protect freedom of association and the right of migrant workers to form trade unions; and

- ratify and implement the International Convention on the Protection of the Rights of All Migrant Workers and Members of Their Families (The Migrant Workers Convention).

Yours sincerely,

Musterbrief