Sudan: Lehrerin droht Todesstrafe

UA-084/2012-2
AFR 54/052/2012
14. Dezember 2012

Gültigkeit: Die Aktion wurde erfolgreich umgesetzt.


Die Aktion war erfolgreich. Frau Jalila Khamis Koko wurde freigelassen. Siehe dazu die Erfolgsmeldung. Bitte schickt dazu keine Briefe mehr ab.


Die Lehrerin und Aktivistin Jalila Khamis Koko wurde am 13. Dezember 2012 wegen fünf Straftatbeständen angeklagt. Ihr droht die Todesstrafe. Zuvor wurde sie über neun Monate lang ohne Anklage in Haft gehalten.

Risiko der Verurteilung zum Tod

Am 13. Dezember 2012 wurde in fünf Punkten Anklage gegen die Lehrerin Jalila Khamis Koko erhoben. Zwei Anklagepunkte werden als Verbrechen gegen den Staat eingestuft und können gemäß dem sudanesischen Strafgesetzbuch von 1991 mit der Todesstrafe geahndet werden, nämlich "Unterwanderung der verfassungsmäßigen Ordnung" (§ 50) und "Kriegsführung gegen den Staat" (§ 51). Die anderen Vorwürfe lauten auf "Teilnahme an einer kriminellen Verschwörung" (§ 21), "Schüren von Hass gegen oder zwischen Religionsgemeinschaften" (§ 64) und "Verbreitung falscher Nachrichten" (§ 66).

Kurz nach der Anklageerhebung wurde Jalila Khamis Koko an die nördlichen Gerichte der Hauptstadt Khartum übergeben. Zuvor wurde sie auf Geheiß des Staatsanwalts für Straftaten gegen den Staat lange Zeit in Verwaltungshaft festgehalten. Die Aktivistin war am 15. März 2012 von Angehörigen des sudanesischen Geheimdienstes NSS (National Security Services) bei sich zu Hause in der Hauptstadt Khartum festgenommen worden.

Mitglied der Opposition

Jalila Khamis Koko ist Mitglied der sudanesischen Volksbefreiungsbewegung des Nordens (Sudan People's Liberation Movement-North - SPLM-N), einer Oppositionspartei, die im September 2011 verboten wurde. Außerdem gehört sie der ethnischen Gruppe der Nuba aus Südkordofan an.

Hilfe für Vertriebene in Konfliktregion

Jalila Khamis Koko leistete ehrenamtlich humanitäre Hilfe für die Binnenvertriebenen aus Südkordofan. Im Juni 2011 war sie in einem YouTube-Video zu sehen, in dem sie die Lebensbedingungen in den von dem Konflikt betroffenen Gebieten Südkordofans anprangerte und einen Waffenstillstand forderte.

Bewaffneter Konflikt

Die Inhaftierung von Jalila Khamis Koko scheint Teil einer systematischen Verfolgung gegen SPLM-N-AktivistInnen, Intellektuellen sowie Menschen nubischer Herkunft, die für die Behörden als SympatisantInnen der verbotenen Partei SPLM-N gelten, zu sein. Seit dem Ausbruch eines bewaffneten Konflikes in Südkordofan im Juni 2011 verhafteten die sudanesischen Behörden zahlreiche tatsächliche bzw. vermeintliche SPLM-N-AktivistInnen und halten sie ohne Anklage und Zugang zu einem Rechtsbeistand und ihren Familien fest. Die Regierungstruppen begingen in Südkordofan und in An-Nil al-azraq (Blauer Nil-Bundesstaat, wo ebenfalls ein Konflikt ausbrach), unverhältnismäßige Flugangriffe auf Städte und Dörfer.

Helfen Sie mit.

Amnesty International betrachtet Jalila Khamis Koko als gewaltlose politische Gefangene, die sich allein aufgrund ihrer humanitären Tätigkeit und friedlichen Äußerung ihrer Ansichten in Haft befindet.

Appellieren Sie an die Behörden und fordern Sie die unverzügliche und bedingungslose Freilassung der Aktivistin.

Musterbriefe zum Runterladen: englisch, deutsch

Sie können ein deutschsprachiges E-Mail auch von www.amnesty.de/urgent-action/ua-084-2012-2/lehrerin-droht-todesstrafe?destination=node%2F5309%3Fpage%3D1 abschicken.


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