Veranstaltung Frauenhandel im Kosovo

Im Teufelskreis der Gewalt

In den letzten Jahren, insbesondere seit der Präsenz der internationalen Friedenstruppen, konnte ein massives Ansteigen des Frauen- und Mädchenhandels in das Kosovo beobachtet werden. Am 20. September 2004 fand im Wiener WUK dazu die Veranstaltung "Im Teufelskreis der Gewalt. Frauenhandel im Kosovo" statt, die von drei AI-Gruppen (Aktionsgruppe Frauen, Arbeitsgruppe für verfolgte GewerkschafterInnen, Koordinationsgruppe Osteuropa) organisiert wurde.

AI-Bericht

Als Einstieg stellte Mag. Gudrun Rabussay-Schwald von der AI-Koordinationsgruppe Osteuropa den kürzlich veröffentlichten AI-Report "So does it mean I have rights? Protecting the human rights of women and girls trafficked for forced prostitution in Kosovo" vor. Der Bericht legt dar wie mit der internationalen Präsenz ein Markt für Prostitution aufgebaut wurde, für den auch nach dem Abzug der UNO-Truppen weiterhin Nachfrage bestehen wird. Die Opfer des Frauenhandels sind (sehr) junge Frauen aus armen Ländern Europas wie Moldawien, Rumänien, Bulgarien und der Ukraine.

 

 
Mag. Gudrun Rabussay-Schwald

 

Vortrag von Helga Konrad

Darauf aufbauend schilderte Dr. Helga Konrad, Leiterin der Abteilung Menschenhandel beim Balkanstabilitätspakt der OSZE, die Erfahrungen der betroffenen Frauen und zeigte auf, wie die Gesellschaft mit ihnen umgeht. Dr. Konrad setzt vorsichtige Hoffnung auf die aktuelle, in Diskussion befindliche Resolution des Europarats zu Menschenhandel, die sie skizzierte und kommentierte.

 

 
Dr. Helga Konrad

 

Arbeit mit Betroffenen

Frauenhandel ist nicht nur eine Realität in Nachkriegsregionen, machte Mag. Eva Kaufmann, Psychologin und Bereichsleiterin der LEFÖ/Interventionsstelle für Betroffene von Frauenhandel, klar. Österreich ist ein Transit- und Zielland von Frauenhandel; nach Österreich werden Frauen in die Prostitution, aber auch in die Hausarbeit gehandelt.

 

 
Mag. Eva Kaufmann

Diskussion und Film

Ergänzend zu den informativen Beiträgen der Referentinnen wurde der Dokumentarfilm "Die Helfer und die Frauen" gezeigt, der die Zusammenhänge zwischen der UNO-Präsenz am Balkan und dem Frauenhandel nochmals verdeutlichte.

Wie wichtig es ist, diesem Thema Publizität zu geben, zeigte sich auch in der regen Diskussion, die von einer Suche nach Lösungen und Maßnahmen geprägt war.

Fortsetzung folgt

Die Arbeitsgruppe für verfolgte GewerkschafterInnen plant weitere Veranstaltungen zum Thema Frauenhandel.


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