Tschad: Journalist und Gewerkschafter in Haft

UA-116/2013
AFR 20/004/2013
8. Mai 2013

1. Mai: Internationaler Tag der Arbeit
3. Mai: Internationaler Tag der Pressefreiheit



© Eric Topona

Der Journalist und Gewerkschafter Eric Topona wurde am 6. Mai 2013 verhaftet. Er wird im Am-Sinene-Gefängnis in der tschadischen Hauptstadt N'Djamena gefangen gehalten. Die Haftbedingungen in diesem Gefängnis sind lebensbedrohlich schlecht.

Journalist und Gewerkschafter

Eric Topona arbeit als Journalist beim staatlichen tschadischen Rundfunk- und Fernsehsender Office National de Radiodiffusion et Télévision du Tchad (ONRTV). Er ist Generalsekretär der Journalist_innengewerkschaft im Tschad.

Verhaftung im Gericht

Eric Topona kam einer Vorladung eines Untersuchungsrichters im Amtsgericht von N'Djamena nach, dabei wurde er verhaftet. Anschließend wurde er wegen "Gefährdung der verfassungsrechtlichen Ordnung" angeklagt, auf der Grundlage eines Haftbefehls inhaftiert und in das Gefängnis Am Sinene in einem Vorort von N'Djamena überstellt.

Zeuge in einem Verleumdungsprozess

Seinem Rechtsbeistand zufolge war Eric Topona vorgeladen worden, um in einem Verleumdungsverfahren gegen Jean Laokolé als Zeuge auszusagen. Der Schriftsteller Jean Laokolé, war am 25. März 2013 in die Hafteinrichtung Am Sinene verlegt worden, nachdem man ihn drei Tage lang ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten hatte. Die gegen ihn erhobene Anklage lautet ebenfalls auf Verleumdung. Dem war der Vorwurf vorausgegangen, er habe "falsche Anschuldigungen" gegen eine bestimmte Gruppe von Personen erhoben.

Vorgeschichte

Eric Topona wird seit einem Jahr von verschiedenen Regierungsbehörden verstärkt schikaniert, eingeschüchtert und bedroht.

Seine aktuelle Verhaftung fällt mit den großen Spannungen infolge des Bekanntwerdens eines Putschversuches am 1. Mai 2013 zusammen, bei dem mindestens acht Personen unter ungeklärten Umständen getötet wurden. Die tschadischen Behörden nahmen seither eine Reihe von Personen fest, darunter ein Parlamentsmitglied, ehemalige Angehörige der Armee und mehrere Zivilpersonen. Die Häuser einiger Oppositionsführer_innen, darunter das des Oppositionsführers Saleh Kebzabo, wurden von Sicherheitskräften durchsucht . Andere Oppositionsführer_innen, wie z. B. Ngarlejy Yorongar, erhielten Vorladungen der Polizei oder der Staatsanwaltschaft.

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