Tunesien: Journalist droht Haftstrafe

Die Aktion endet am 18. Mai 2010.


Fahem Boukadous, ein Journalist, der über die Gafsa-Unruhen berichtet hat, droht im Falle seiner Verurteilung eine Gefängnisstrafe.

Aktualisierung

Das Berufungsverfahren von Fahem Boukadous wurde erneut verschoben - auf den 18. Mai 2010. Fahem Boukadous befindet sich auf freiem Fuß.

Fahem Boukadous leidet unter Asthma und hatte eine schwere Attacke am 26. April 2010. In Folge dessen wurde er stationär aufgenommen und konnte den Termin vor Gericht nicht wahrnehmen. Daher verschob das Gericht wieder das Verfahren.

Bitte senden Sie weiterhin Appelle - den aktualisierten Text für den Appellbrief finden Sie unten.

Berichterstattung über die Gafsa-Unruhen

Im Frühjahr / Sommer 2008 fanden in der Minen-Region Gafsa soziale Unruhen statt, die mit Gewalt unterdrückt wurde, (zur Lage in Gafsa siehe das Info-Blatt zu Adnan Hajji und den GewerkschafterInnen auf unserer Website).

Als Journalist des privaten Senders Al-Hiwar Ettounsi berichtete Fahem Boukadous darüber.

Verurteilung in Abwesenheit

Ein Untersuchungsrichter urteilte, dass Fahem Boukadous zwar nicht in die Proteste involviert wäre, aber als aktives Mitglied der Gruppe gelte, die für die Unruhen verantwortlich wäre, weil er Informationen darüber in Tunesien und im Ausland verbreitet hatte.

Fahem Boukadous, der im Untergrund gegangen war, um der Verhaftung zu entgehen, wurde in Abwesenheit zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Justizfarce

Nach der Freilassung von Adnan Hajji und der weiteren GewerkschafterInnen und AktivistInnen am 5. November 2009 (siehe Erfolgsmeldung auf dieser Website) beschloss der Journalist, gegen dieses Urteil zu berufen.

Am 13. Jänner 2010 wurde er in erster Instanz vom Gericht in Gafsa zu vier Jahren Haft verurteilt. Er legte dagegen Berufung ein.

Bis zum Berufungsverfahren, das für 23. Februar 2010 angesetzt wurde, befindet er sich auf freiem Fuß.

Fahem Boukadous leidet unter schwerem Asthma; die Haftbedingungen in Tunesien würden seinen Gesundheitszustand massiv gefährden.

Helfen Sie mit.

Sollte Fahem Boukadous verurteilt werden, würde ihn Amnesty International als Gewissensgefangenen erachten (siehe öffentliche Erklärung von Amnesty International vom 22. Februar 2010, im englischen Original).

Amnesty International befürchtet, dass beim Berufungsverfahren die Gerichtsstrafe bestätigt und der Journalist an diesem Tag verhaftet wird. Es ist daher wichtig, vorher schon aktiv zu werden!

Appellieren Sie an den Präsidenten und den Minister für Justiz und Menschenrechte und fordern Sie, dass die Anklagepunkte fallen gelassen werden.

President
Zine El Abidine Ben Ali
President
Palais Présidentiel
Tunis, Tunisia

Fax: +216 71 744 721
Minister of Justice and Human Rights
Béchir Tekkari
Ministry of Justice and Human Rights
31 boulevard Bab Benat
Tunis 1019, Tunisia

Fax: +216 71 568 106

Musterbrief:

Your Excellency,

I am writing to you to express my deep concern about the journalist Fahem Boukadous. For his legitimate coverage of the Gafsa unrest, he was sentenced in his absence to six years’ imprisonment. When he decided to appeal his in absentia conviction as allowed by Tunisian law, he was convicted to 4 years' imprisonment by the Gafsa Court of First Instance on 13 January 2010. He appealed against his conviction. His appeal trial before the Gafsa Court of Appeal was scheduled for 23 February 2010 but was first postponed to 23 March 2010 and to 27 April 2010 and now to 18 May 2010.

I urge to you to drop against Fahem Boukadous.

Furthermore, I ask you to uphold freedom of expression, association and assembly and to stop harassement against human rights defenders in Tunesia.

Looking forward to receiving an answer with an update by you.

Yours sincerely,

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