USA: "Ships of Shame" im Mittelmeer - Clinton muss EndempfängerInnen von Rüstungstransfer offenlegen

AI Index: PRE01/138/2012
Rapid Response



MV Schippersgracht: Keine Aussagen über den endgültigen Bestimmungsort der Waffen: © Wim van der Moolen

Im Mittelmeer ist momentan ein Frachtschiff mit einer Ladung US-amerikanischer Waffen, Munition und Sprengkörper unterwegs. Das Ziel der Ladung ist unbekannt. Amnesty International verfolgt die Route der "MV Schippersgracht" seit zwei Monaten und ist besorgt darüber, dass die USA keine Auskunft darüber geben, für wen diese Waffenlieferung bestimmt ist.

Lieferung an Ägypten?

Amnesty International hatte starke Anhaltspunkte dafür, dass die Ladung für ägyptische Sicherheitskräfte bestimmt war und in Port Said gelöscht werden sollte. Denn allein zwischen dem 11. Dezember 2011 und dem 5. Februar 2012 hat die für die Einfuhr von Rüstung zuständige Behörde des ägyptischen Verteidigungsministeriums insgesamt 349 Tonnen an Rüstungs- und Dual-Use-Gütern (Güter, die sowohl zu zivilen als auch zu militärischen Zwecken verwendet werden können) im Wert von mindestens 35 Millionen US-Dollar beschafft. Diese Rüstungsgüter wurden auf US-amerikanischen Handelsschiffen transportiert.

Geheime EmpfängerInnen

Amnesty International brachte ihre Sorge darüber zum Ausdruck, dass die Rüstungsgüter für ägyptische Sicherheitskräfte bestimmt seien. Daraufhin gab die für den Seetransport der US-Marine zuständige Military Sealift Command (MSC) am 15. März bekannt, dass die Ladung des Schiffes nicht in Ägypten gelöscht werde und nicht für ägyptische Sicherheitskräfte bestimmt sei. Das Military Sealift Command bestätigte gleichzeitig, dass das unter niederländischer Flagge fahrende Schiff US-Rüstungsgüter transportiert. Über den endgültigen Bestimmungsort gab sie keine Auskunft und begründete diesmit Sicherheitsgründen.

Helfen Sie mit.

ACHTUNG: Die Aktion wurde vorübergehend gestoppt. Weitere Informationen folgen.

Weitere Informationen

Pressemitteilung: Halt ships of shame from the USA carrying weapons to Egypt. 15. März 2012

Pressemitteilung von Amnesty International mit Kritik an US-Waffenlieferungen an ägyptische Sicherheitskräfte vom Dezember 2011:
USA repeatedly shipped arms supplies to Egyptian security forces (Englisch)

Ägypten: Keine Waffen für die blutige Repression (Deutsch)

Hintergrundinformationen in deutscher Sprache


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