Simbabwe: Kein Gerichtsverfahren mehr für verhaftete WOZA-AktivistInnen

AI Index: PRE01/319/2010
IAR Africa
22. September 2010
Aktualisierung: 12. Jänner 2011


Alle Einschränkungen, die den im September 2010 verhafteten AktivistInnen auferlegt worden waren, wurden aufgehoben. Ein Gericht entschied, dass die AktivistInnen nicht nochmals vorgeladen werden.

Danke an alle, die Appelle gesendet haben. Derzeit sind keine Aktionen erforderlich.


Simbabwe: Polizei reagierte mit Verhaftungen auf friedliche Proteste von WOZA

83 AktivistInnen wurden am Internationalen Friedenstag verhaftet.

Friedlicher Marsch, legitime Forderungen

600 MenschenrechtsverteidigerInnen der Organisationen WOZA (Women of Zimbabwe Arise) und MOZA (Men of Zimbabwe Arise) marschierten am Montag, den 20. September 2010 in den Straßen der Hauptstadt Harare zum Parlament. Anlässlich des Internationalen Friedenstages (21. September) wollten sie auf die mangelnde Sicherheit in den Städten sowie den Gemeinden auf dem Land und auf das Fehlverhalten der Polizei aufmerksam machen. Sie forderten das Recht auf freie Meinungsäußerung und eine strafrechtliche Verfolgung von Polizeiangehörigen, die Gewalttaten begehen bzw. androhen. Die DemonstrantInnen überreichten der Polizei eine Liste mit Forderungen an die Bundespolizei, an den Polizeichef und an die beiden Innenminister.

Willkürliche Verhaftungen

Die Polizei begann DemonstrantInnen zu verhaften. Daraufhin kletterten weitere AktivistInnen aus Solidarität mit ihren verhafteten Kolleginnen in den Polizeiwagen. 25 DemonstrantInnen wurden im Polizeiwagen zur Zentral-Polizeistation in Harare gebracht. Weitere 58 WOZA und MOZA Mitglieder marschierten daraufhin vom Parlament zur Zentral-Polizeistation und stellten sich ebenfalls aus Solidarität mit ihren KollegInnen der Polizei. Auch sie wurden verhaftet. 76 Frauen und sieben Männer mussten zwei Nächte unter entsetzlichen Bedingungen in Polizeigewahrsam verbringen. Unter den Verhafteten befand sich auch ein 9 Monate altes Baby, das gemeinsam mit seiner Mutter verhaftet wurde.

Internationaler Druck ist wichtig

Amnesty International reagierte mit einer Pressemeldung und forderte die Freilassung der AktivistInnen. WOZA selbst informierte laufend die AktivistInnen im Ausland, die bei den Behörden intervenierten.

Der Druck wirkte: Mittlerweile kamen alle WOZA- und MOZA-AktivistInnen wieder frei (http://wozazimbabwe.org/).

Nichtsdestotrotz ist es wichtig, dass die simbabwischen Behörden weiterhin aufgefordert werden, die AktivistInnen ohne Schikanen und Einschüchterung sich engagieren lassen.

Hintergrundinformationen

Die Mitglieder der Frauenrechtsorganisation WOZA (Women of Zimbabwe Arise) treten mit friedlichen Protesten gegen die Verschlechterung der sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen sowie der Menschenrechte in Simbabwe auf. Als Reaktion darauf werden die WOZA-Frauen verhaftet und in überfüllten Zellen stunden- bzw. tagelang ohne Anklage festgehalten.

Siehe Grußaktion 2008

Die Amnesty-Arbeitsgruppe für verfolgte GewerkschafterInnen hat sich regelmäßig für die WOZA-Frauen eingesetzt:

Die mutigen Frauen wurden mehrfach für ihr Engagement geehrt:

Nähere Informationen zu den aktuellen Informationen

Pressemeldung von Amnesty International: Zimbabwe must release 83 activists detained at peaceful demonstration

Auf der Website von WOZA: http://wozazimbabwe.org/

Helfen Sie mit.

Appellieren Sie an die Behörden in Simbabwe. Schicken Sie die Musterbriefe ab.


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