Simbabwe: WOZA-Führungsmitgliedern Jenni Williams und Magodonga Mahlangu droht Festnahme

UA-086/2011, für Hintergrundinformationen: UA-055/2011
Index: AFR 46/007/2011,für Hintergrundinformationen: AFR 46/004/2011
25. März 2011

Sie können an der Aktion bis jedenfalls 6. Mai 2011 teilnehmen.


Jenni Williams und Magodonga Mahlangu, zwei Führungsmitglieder der Menschenrechtsorganisation "Women of Zimbabwe Arise" (WOZA), werden von der Polizei gesucht. Ihnen droht eine willkürliche Verhaftung und Misshandlungen.

WOZAs traditioneller Protest zum Valentinstag

Am 12. Februar 2011 fand in Bulawayo, der zweitgrößten Stadt Simbabwes, zum neunten Mal die alljährliche friedliche WOZA-Protestkundgebung zum Valentinstag statt. Seither fahndet die Polizei nach den beiden Führungsmitgliedern Jenni Williams und Magodonga Mahlangu.

WOZA-Führungsmitglieder werden gesucht

Jenni Williams und Magodonga Mahlangu haben sich daher aus Angst vor einer Verhaftung im Untergrund auf.

PolizeibeamtInnen haben sie zwischenzeitlich mehrmals in ihren Wohnungen gesucht sowie einen Menschenrechtsanwalt aufgefordert, die beiden Aktivistinnen auf die Polizeiwache in Bulawayo zu führen. Die beiden sollen sich - laut eines Polizeibeamten - auf eine "lange Haft einstellen".

Aktuelle Einschüchterungskampagne gegen MenschenrechtsverteidigerInnen

Seit Februar 2011 geht die Polizei verstärkt mit Härte systematisch gegen MenschenrechtsverteidigerInnen im ganzen Land vor, darunter auch gegen WOZA-Mitglieder wie auch gegen ihre KollegInnen von MOZA ("Men of Simbabwe Arise").

So wurden in Bulawayo am 28. Februar 2011 sieben Mitglieder von WOZA und MOZA festgenommen und zwei Tage lang festgehalten und auf der Polizeistation gefoltert. Während der Haft wurde die AktivistInnen immer wieder nach dem Aufenthaltsort von Jenni Williams und Magodonga Mahlangu gefragt.

Am 19. Februar 2011 wurden in Harare 45 AktivistInnen während eines Diskussionsabends über die Ereignisse in Tunesien und Ägypten verhaftet. Ihnen wird Landesverrat vorgeworfen - eine Anklage, auf die im Falle einer Verurteilung die Todesstrafe steht.

Verfolgung der WOZA-Aktivistinnen ist unrechtsmäßig

Am 26. November 2010 entschied der Berufungsrichter des Obersten Gerichtshofs von Simbabwe, dass Jenni Williams und Magodonga Mahlangu nach einer friedlichen Demonstration im Jahr 2008 unrechtmäßig festgenommen und inhaftiert worden waren und dass dies eine Verletzung ihrer Rechte und Grundfreiheiten war. Weiter hieß es in dem Urteil, dass der Staat den Schutz der Aktivistinnen vor diesen Menschenrechtsverletzungen nicht gewährleistet habe.

Helfen Sie mit.

Appellieren Sie an die Behörden und fordern Sie ein Ende der Schikanen gegen die WOZA-Aktivistinnen und weitere MenschenrechtsverteidigerInnen.

Musterbriefe zum Runterladen

Simbabwe ist Schwerpunkt der diesjährigen Aktion zum 1. Mai seitens der Amnesty-Arbeitsgruppe für verfolgte GewerkschafterInnen. Ab Ende April 2011 finden Sie das Aktionspaket und Appellbriefe auf diese Website unter ACTIVITY --> Aktionen zum 1. Mai.


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