Zimbabwe: Belästigung und Folter an Studenten und LehrerInnen

AI Index: AFR 46/030/2002
19.11.2002



Der Public Order and Security Act (POSA), im Jänner 2002 verordnet, schränkt die bürgerlichen Rechte (Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit, Recht auf freie Meinungsäußerung) massiv ein und kriminalisiert damit ein breites Feld von Aktivitäten.

"Jede Person, die gemeinsam mit einer oder mehreren Personen mit Gewalt den Frieden, die Sicherheit, die öffentliche Ordnung oder die Rechte von anderen Personen gefährdet", kann mit Gefängnis bestraft werden.

Der POSA verstößt somit gegen die Verpflichtung von Zimbabwe nach internationalem Recht, wie z.B. den internationalen Pakt über bürgerliche und politische Recht oder die Afrikanische Charter über Menschen- und Völkerrechte.

Lehrergewerkschafter inhaftiert und gefoltert

Während eines landesweiten LehrerInnenstreiks, der von der Progressive Teachers' Union of Zimbabwe (PTUZ) am 8. Oktober 2002 gestartet wurde, wurde Raymond Majongwe, der Generalsektretär der PTUZ inhaftiert und während der Haft von der Polizei gefoltert. Ihm wurde im Rahmen des Public Order and Security Act (POSA) Klassenspaltung und Bedrohung von LehrerInnen vorgeworfen. Raymond Majongwe wurde nach 48 Stunden freigelassen, am 16. Oktober erneut inhaftiert und mit Elektroschocks an Mund und Genitalien gefoltert. Die Polizisten befahlen ihm, den Streik abzusagen, die PTUZ aufzulösen und keine Informationen an die Presse weiterzuleiten. Am 21. Oktober 2002 wurde er erneut freigelassen, nachdem die Behörden keine Verfahren eröffnet hatten. Raymond Majongwe wartet nun auf seine Verhandlung, die am 8.1.2003 stattfinden soll.

Weitere Mitglieder wurde ebenfalls schikaniert und vorübergehend inhaftiert: Dazu gehören

Die LehrerInnen streiken für eine 100%ge Lohnerhöhung, um die massive Inflationsrate auszugleichen, und fordern eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen der LehrerInnen sowie eine Ende der ungerechten Behandlung der LehrerInnen in länldichen Regionen.

StudentInnen inhaftiert und gefoltert

Auch StundentInnen blieben von den Schikanen nicht verschont. Dazu gehören

Die 9 Studenten hatten ZINASU-Poster verteilt, in denen sie zur Solidarität mit den LehrerInnen aufriefen. In den Postern drückten sie auch die Sorge über die StundentInnenwohlfahrt und die Meinungsfreiheit in Zimbabwe aus. Die Studenten waren schon früher von der Uni verwiesen worden.

Helfen Sie mit!

Schicken Sie die Musterbriefe für Zimbabwe und Südafrika ab oder faxen Sie sie dorthin. Es kann sein, dass die Faxe nicht durchgehen. Bitte probieren Sie es dann später noch einmal.

Für Südafrika haben wir auch noch eMail-Adressen:

Außenminister: minister@foreign.gov.za
Gesundheitsminister: patel.n@doe.gov.za

Falls Sie weitere Informationen zu dieser Aktion wünschen oder persönliche Briefe schreiben wollen, wenden Sie sich bitte an Amnesty.international@blackbox.net.